Parkende Autos in einer engen Altstadtstraße auf Malta – typische Situation, die zu Parkverstößen und Bußgeldern führen kann.

Bußgeld auf Malta erhalten? Das sollten Sie jetzt tun

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Eines Tages erhalten Sie einen Brief mit dem Logo der maltesischen Regierung. Darin finden Sie ein Foto Ihres Fahrzeugs, Uhrzeit, Ort und den zu zahlenden Betrag. Oder Sie kommen zu Ihrem Auto zurück und entdecken unter dem Scheibenwischer einen Zettel, der wie ein Kassenbon aussieht. Was nun? Wie kann man ein Bußgeld auf Malta bezahlen oder gegebenenfalls anfechten?

Kurzantwort: Was tun, wenn Sie auf Malta ein Bußgeld erhalten?

  • Überprüfen Sie das Bußgeld auf der offiziellen Website les.gov.mt.
  • Wenn Sie Zweifel haben → nicht bezahlen und Einspruch einlegen (Petition).
  • Wenn das Bußgeld berechtigt ist → eine sofortige Zahlung in Betracht ziehen (manchmal gilt bei rechtzeitiger Zahlung ein niedrigerer Betrag, sofern dies auf dem Bescheid angegeben ist).
  • Nach der Zahlung kann das Bußgeld nicht mehr angefochten werden.

So prüft und verwaltet LESA Bußgelder auf Malta

Alle Verkehrsverstöße auf Malta werden von der Local Enforcement System Agency (LESA) in Zusammenarbeit mit Transport Malta verwaltet, das die Radarsysteme betreibt. Diese Behörde bearbeitet Verstöße, die durch Kameras, kommunale Kontrolleure oder automatische Geschwindigkeitsmessanlagen erfasst werden. Jedes Bußgeld erhält eine eindeutige Nummer, mit der sich nachvollziehen lässt, wann und wo der Verstoß begangen wurde. Jeder automatisch registrierte Verstoß wird mit einem Bild, Zeitstempel und GPS-Koordinaten gespeichert, die LESA als Beweismittel verwendet. Auf Malta ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Bußgeld erst Wochen später zugestellt wird, sodass man sich oft nicht mehr an die konkrete Situation erinnert.

Am häufigsten handelt es sich um Parkverstöße, das Einfahren in eine Einbahnstraße von der falschen Seite oder Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Bußgelder werden elektronisch erfasst und anschließend per Post verschickt, manchmal erst nach mehreren Wochen. Im Schreiben finden Sie in der Regel auch ein Foto des Fahrzeugs sowie genaue Angaben zum Verstoß. Bei Bußgeldbescheiden von LESA beträgt die Zahlungsfrist üblicherweise 30 Tage. Danach wird ein Aufschlag von 50 % erhoben. Einige Zettel unter dem Scheibenwischer gelten als Verwarnung und können innerhalb von sieben Tagen ohne Aufschlag bezahlt werden.

Bei manchen Bußgeldern auf Malta gibt es einen sogenannten Frühzahlerrabatt (early payment). Das bedeutet, dass der Betrag niedriger ausfallen kann, wenn Sie innerhalb einer bestimmten Frist bezahlen. Dies gilt jedoch nicht für alle Verstöße. Prüfen Sie daher immer die Angaben auf Ihrem Bescheid.

So erkennen Sie ein echtes LESA-Bußgeld

Ein echtes Bußgeld stammt ausschließlich vom Portal les.gov.mt. Jeder Zettel und jeder Brief enthält einen QR-Code, der auf diese Website verweist. Führt der Code zu einer anderen Adresse, handelt es sich um eine Fälschung. In den letzten Jahren sind auf Malta gefälschte Bußgeldzettel aufgetaucht, die den offiziellen Formularen sehr ähnlich sahen und auf fremde Webseiten verlinkten. Vergewissern Sie sich daher immer, dass der QR-Code auf die Domain les.gov.mt verweist.

Auf der LESA-Website können Sie anhand der Bußgeldnummer und des Kennzeichens überprüfen, ob der Bescheid tatsächlich im System registriert ist. Wenn nach Eingabe der Daten kein Eintrag erscheint, sollten Sie die Behörde per E-Mail kontaktieren.

Wenn Sie das Bußgeld zu Unrecht erhalten haben

Gelegentlich werden Bußgelder irrtümlich verschickt. Häufige Gründe sind falsch erfasste Kennzeichen, die Verwechslung ähnlicher Zeichen (zum Beispiel O und 0), ein Verstoß durch einen anderen Fahrer oder sogar ein Fahrzeug mit demselben Kennzeichen aus einem anderen Land. Manchmal kann das System auch die Einfahrt in eine gesperrte Zone fälschlicherweise als Verstoß werten, etwa wenn die Polizei die Verkehrsführung wegen einer Umleitung vorübergehend geändert hat.

In solchen Fällen können Sie Einspruch gegen das Bußgeld einlegen. LESA bietet hierfür die sogenannte Petition an – einen offiziellen Antrag auf Überprüfung. Dieser muss innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Erhalt des Bußgeldbescheids eingereicht werden. Das Formular steht direkt auf der Website der Behörde zur Verfügung. Sie müssen eine Kopie des Bescheids, eine kurze Erklärung und einen Nachweis hochladen, warum das Bußgeld nicht berechtigt ist.

Zum Beispiel:
„Zum angegebenen Zeitpunkt befand ich mich nicht auf Malta. Die Flugbestätigung liegt bei.“
„Das Foto im Schreiben zeigt nicht mein Fahrzeug.“
„Das Kennzeichen auf dem Bild ähnelt meinem, ist jedoch nicht identisch.“

LESA antwortet in der Regel innerhalb weniger Wochen. Wird ein Fehler festgestellt, wird das Bußgeld aufgehoben. Sobald Sie das Bußgeld jedoch bezahlt haben, gilt es als anerkannt und kann nicht mehr nachträglich angefochten werden.

Was tun bei einem Bußgeld mit dem Mietwagen?

Wenn Sie mit einem Mietwagen unterwegs waren, ist die Situation etwas anders. Die meisten Autovermietungen haben in ihren Verträgen festgelegt, dass sie Bußgelder zunächst für den Kunden bezahlen und den Betrag anschließend zusammen mit einer Bearbeitungsgebühr von Ihrer Kreditkarte abbuchen. In der Praxis bedeutet das, dass Sie oft erst durch eine E-Mail oder den Kontoauszug von dem Verstoß erfahren.

Wenn Sie vermuten, dass das Bußgeld unberechtigt war, sollten Sie die Autovermietung sofort kontaktieren und darum bitten, die Zahlung bis zur Entscheidung über den Einspruch auszusetzen. Kommt LESA zu dem Schluss, dass das Bußgeld zu Unrecht ausgestellt wurde, können Sie die Rückerstattung des Betrags verlangen.

Wie Sie ein Bußgeld auf Malta bezahlen

Bei kleineren Verstößen, etwa falschem Parken oder einer geringfügigen Geschwindigkeitsüberschreitung, ist es in den meisten Fällen einfacher, das Bußgeld direkt zu bezahlen. Wenn auf dem Bescheid zudem ein reduzierter Betrag für eine frühzeitige Zahlung angegeben ist, kann es sinnvoll sein, die Strafe sofort zu begleichen und spätere Aufschläge zu vermeiden.

Mit der Zahlung erkennen Sie jedoch automatisch die Verantwortung für den Verstoß an und verlieren damit das Recht auf Einspruch. Wenn Sie auch nur die geringsten Zweifel haben, sollten Sie das Bußgeld daher zunächst überprüfen.

So funktioniert das Punktesystem auf Malta

Auf Malta gibt es das sogenannte Driving Licence Point System, ähnlich wie in vielen anderen europäischen Ländern. Jeder Fahrer beginnt mit null Punkten. Für bestimmte Verkehrsverstöße werden Strafpunkte vergeben. Werden innerhalb von drei Jahren zwölf Punkte erreicht, kann Transport Malta den Führerschein vorübergehend aussetzen oder entziehen.

Beispielsweise werden für das Überfahren einer roten Ampel vier Punkte vergeben, für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 15 km/h drei Punkte, für das Telefonieren während der Fahrt drei Punkte, für das Fahren ohne Sicherheitsgurt zwei Punkte und für gefährliche Fahrmanöver je nach Schwere drei bis fünf Punkte. Die vollständige Liste veröffentlicht Transport Malta auf der offiziellen Seite des Driving Licence Point System.

Wenn Sie einen maltesischen Führerschein besitzen, werden die Punkte direkt in Ihrem Register eingetragen. Fahren Sie jedoch mit einem ausländischen Führerschein, erstellt das System einen sogenannten virtuellen Datensatz. Der Verstoß wird also registriert, aber nicht physisch Ihrem Führerschein zugeordnet. Sollten Sie später einen maltesischen Führerschein beantragen oder weitere Verstöße begehen, können diese Daten jedoch berücksichtigt werden.

Fazit

Verkehrsbußgelder sind auf Malta nichts Ungewöhnliches, doch auch dieses System ist nicht fehlerfrei. Wenn Sie wissen, dass Sie sich zum Zeitpunkt des angeblichen Verstoßes nicht auf der Insel befanden oder das Foto im Schreiben nicht mit der Realität übereinstimmt, sollten Sie die Angelegenheit nicht einfach ignorieren. Ein Einspruch über LESA ist vergleichsweise unkompliziert und kann auch aus dem Ausland eingereicht werden.

Bevor Sie bezahlen, sollten Sie prüfen, ob der QR-Code tatsächlich auf die offizielle Website les.gov.mt verweist. Handelt es sich um einen Mietwagen, sollten Sie die Autovermietung kontaktieren, bevor der Betrag von Ihrer Karte abgebucht wird. Mit der Zahlung gilt der Verstoß als anerkannt und kann anschließend nicht mehr angefochten werden. Und wenn Sie auf Malta selbst am Steuer sitzen, lohnt es sich, eine einfache Regel zu beherzigen: Lieber zehn Minuten länger nach einem legalen Parkplatz suchen als sich später über ein Bußgeld zu ärgern.