Wissen Sie, wo sich auf Malta der wirkliche Alltag abspielte – lange bevor es Klimaanlagen und fließendes Wasser gab? Nicht hinter farbigen Türen und nicht auf Balkonen, sondern in einem Raum, der von der Straße aus unsichtbar war. Die Bitħa – der Innenhof traditioneller maltesischer Häuser – bildete über Jahrhunderte hinweg das praktische Herz des Haushalts. Sie war Lichtquelle und Frischluftzufuhr, Arbeitsraum, Treffpunkt und Zentrum des sparsamen Umgangs mit Wasser. Hier wurde gekocht, gewaschen, Kinder erzogen und der tägliche Alltag auf einer Insel mit chronischem Wassermangel bewältigt. Heute verschwinden diese Innenhöfe zunehmend – und mit ihnen eine Wohnform, die überraschend durchdacht und weitgehend autark war. Wie funktionierte die Bitħa, und warum ist sie entscheidend für das Verständnis maltesischer Häuser?