Jungfrau Maria mit Jesus – Mariä Himmelfahrt, Unbefleckte Empfängnis und jungfräuliche Empfängnis

Mariä Himmelfahrt, Christi Himmelfahrt und Unbefleckte Empfängnis: Was ist der Unterschied?

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Als ich begann, über das Fest Santa Marija auf Malta zu schreiben, stellte ich fest, dass ich bei einigen christlichen Begriffen genauso durcheinanderkam wie viele andere Menschen. Und das ist kein Wunder. Begriffe wie Mariä Himmelfahrt, Christi Himmelfahrt oder Unbefleckte Empfängnis klingen ähnlich, bezeichnen jedoch völlig unterschiedliche Ereignisse.

Die größte Verwirrung entsteht meist rund um Maria und Jesus. Wer wurde nach christlichem Glauben ohne Erbsünde empfangen? Und was ist diese Erbsünde eigentlich? Wer wurde ohne menschlichen Vater empfangen? Und wer wurde in den Himmel aufgenommen und wer fuhr in den Himmel auf? Tatsächlich handelt es sich um vier verschiedene Begriffe.

Mariä Himmelfahrt

Die katholische Kirche glaubt, dass Maria, die Mutter Jesu, nach dem Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde. An dieses Ereignis erinnert das Fest am 15. August, das auf Malta als Santa Marija bekannt ist.

Interessanterweise legt das katholische Dogma nicht fest, ob Maria vor ihrer Aufnahme in den Himmel starb. Als Papst Pius XII. die Aufnahme Mariens im Jahr 1950 feierlich als Glaubenssatz der katholischen Kirche definierte, verwendete er die Formulierung, Maria sei „nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes“ in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden. Die Frage nach ihrem Tod lässt die Definition des Dogmas somit offen.

Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt ist ein anderes Ereignis und betrifft Jesus. Nach christlichem Glauben ist Jesus nach seiner Auferstehung in den Himmel aufgefahren. Deshalb spricht man bei Jesus von Himmelfahrt, während Maria in den Himmel aufgenommen wurde.

Christi Himmelfahrt fällt auf den vierzigsten Tag nach Ostern. Anders als Mariä Himmelfahrt hat dieses Fest daher nicht jedes Jahr dasselbe Datum.

Unbefleckte Empfängnis

Hier liegt vermutlich das häufigste Missverständnis. Die Unbefleckte Empfängnis bezieht sich nicht auf die Empfängnis Jesu, sondern auf die Empfängnis Mariens selbst.

Die katholische Kirche lehrt, dass Maria vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an vor der Erbsünde bewahrt wurde. Das bedeutet nicht, dass sie ohne Geschlechtsverkehr oder auf wundersame Weise empfangen wurde. Nach christlicher Überlieferung hatte sie wie andere Menschen menschliche Eltern – Joachim und Anna.

Eine gute Merkhilfe ist das Datum des Festes. Die Unbefleckte Empfängnis Mariens wird am 8. Dezember gefeiert – genau neun Monate vor Mariä Geburt am 8. September.

Jungfrauengeburt: die jungfräuliche Empfängnis Jesu

Die jungfräuliche Empfängnis betrifft dagegen Jesus. Gemeint ist der christliche Glaube, dass Maria Jesus durch das Wirken des Heiligen Geistes empfing und nicht durch Geschlechtsverkehr mit einem Mann.

Gerade die jungfräuliche Empfängnis Jesu wird häufig mit der Unbefleckten Empfängnis Mariens verwechselt. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Aussagen: Die eine betrifft die Art und Weise, wie Jesus empfangen wurde, die andere den geistlichen Zustand Mariens vom Augenblick ihrer eigenen Empfängnis an.

Worin unterscheiden sich diese Begriffe?

BegriffWen betrifft er?Was bedeutet er?
Unbefleckte EmpfängnisMariaMaria wurde nach katholischem Glauben vom Augenblick ihrer Empfängnis an vor der Erbsünde bewahrt.
Jungfräuliche EmpfängnisJesusMaria empfing Jesus durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Christi HimmelfahrtJesusJesus fuhr nach seiner Auferstehung in den Himmel auf.
Mariä HimmelfahrtMariaMaria wurde nach dem Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen.

Was ist die Erbsünde?

Damit die Unbefleckte Empfängnis verständlich wird, muss noch ein weiterer Begriff erklärt werden: die Erbsünde.

Nach christlicher Überlieferung hat die Menschheit von Adam und Eva eine gestörte Beziehung zu Gott geerbt. Dabei geht es nicht um die persönliche Schuld eines neugeborenen Kindes, sondern um einen Zustand der menschlichen Natur, in den jeder Mensch nach katholischer Lehre hineingeboren wird. Die Taufe befreit den Menschen von der Erbsünde, auch wenn deren Folgen nach katholischer Lehre fortbestehen.

Die katholische Kirche glaubt, dass Maria eine Ausnahme war: Gott bewahrte sie vom ersten Augenblick ihrer Existenz an vor der Erbsünde, weil er sie zur Mutter Jesu erwählt hatte. Deshalb wird sie als die unbefleckt Empfangene bezeichnet.

Warum wurden Kinder früher so bald nach der Geburt getauft?

Der Glaube an die Erbsünde hatte früher auch ganz praktische Folgen. Die Säuglingssterblichkeit war hoch, und Eltern sorgten sich nicht nur um das Leben ihres Kindes, sondern auch um dessen Schicksal nach dem Tod, falls es ungetauft sterben sollte. Deshalb war es üblich, Kinder sehr bald nach der Geburt zu taufen.

War das Leben eines Kindes nach der Geburt in Gefahr, musste nicht auf einen Priester gewartet werden. Eine Nottaufe durfte auch ein Laie spenden; früher übernahmen diese Aufgabe häufig Hebammen, da sie bei der Geburt als Erste anwesend waren. Für eine gültige Taufe war keine aufwendige Zeremonie erforderlich: Das Kind wurde mit Wasser übergossen und die taufende Person sprach die Worte: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Überlebte das Kind, wurden die weiteren Teile des Taufritus später in der Kirche nachgeholt.

Wie reagierte Josef laut der Bibel auf Marias Schwangerschaft?

Nach dem Matthäusevangelium erfuhr Josef noch bevor er und Maria als Eheleute zusammenlebten, dass sie schwanger war. Im damaligen jüdischen Umfeld wurde eine Ehe nicht so geschlossen, wie wir es heute verstehen – Verlobung, Hochzeit und erst danach gelten beide als verheiratet. Stattdessen gab es zwei aufeinanderfolgende Stufen.

Die erste wurde als Erusin (oder Kidduschin) bezeichnet. Danach galten Mann und Frau rechtlich bereits als Eheleute, obwohl die Frau gewöhnlich noch im Haushalt ihrer Herkunftsfamilie blieb und das Paar das gemeinsame Eheleben noch nicht aufgenommen hatte. Diese Verbindung ließ sich nicht einfach „auflösen“. Für ihre Beendigung war eine Scheidung erforderlich; starb der Mann, galt die Frau als Witwe.

Erst danach folgte die zweite Stufe, Nissuin, bei der die Frau in das Haus ihres Mannes einzog und das gemeinsame Leben begann.

Genau in die Zeit zwischen der rechtlich verbindlichen Verlobung und dem Beginn des gemeinsamen Ehelebens ordnet das Matthäusevangelium Marias Schwangerschaft ein.

Matthäus schreibt, Josef habe Maria nicht öffentlich bloßstellen wollen und deshalb beschlossen, die Verbindung im Stillen zu lösen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ihre Schwangerschaft hätte geheim bleiben können. Der Sinn der stillen Trennung bestand vielmehr darin, eine öffentliche Anklage wegen Untreue und einen Skandal zu vermeiden, der für Maria in der damaligen Gesellschaft schwerwiegende Folgen hätte haben können.

Nach dem Evangelium änderte sich die Situation erst, als Josef im Traum ein Engel erschien und ihm mitteilte, dass das Kind vom Heiligen Geist empfangen worden sei. Josef gab seinen ursprünglichen Entschluss auf, nahm Maria zu sich und sie begannen als Eheleute zusammenzuleben. Damit nahm er nach außen auch ihr Kind in seine Familie auf.

Das alttestamentliche Recht kannte für sexuelle Verfehlungen einer verlobten Frau sehr harte Strafen bis hin zur Todesstrafe. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass Maria in der Zeit, in die Matthäus die Erzählung einordnet, tatsächlich eine Steinigung drohte. Das Evangelium selbst behauptet nichts dergleichen; es spricht ausdrücklich von Josefs Bemühen, Maria nicht der öffentlichen Schande auszusetzen.

Was davon feiern die Malteser an Santa Marija?

Santa Marija ist das Fest Mariä Himmelfahrt. Gefeiert werden also weder die Empfängnis Mariens noch die Empfängnis Jesu, und es handelt sich auch nicht um Christi Himmelfahrt. Mariä Himmelfahrt fällt auf den 15. August und entwickelte sich auf Malta im Laufe der Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Feste des Jahres.

Auf Malta erhielt der 15. August darüber hinaus eine weitere historische Bedeutung. Im August 1942 erreichte ein alliierter Konvoi der Operation Pedestal die belagerte Insel. Auf Malta wurde er als Santa-Marija-Konvoi bekannt. So verband sich die religiöse Tradition mit der Erinnerung an eines der dramatischsten Ereignisse der modernen maltesischen Geschichte.


Diese Begriffe stammen aus dem christlichen Glauben und der Theologie. Der Artikel erklärt, was die katholische Kirche lehrt und was in den biblischen Texten steht; es geht nicht um einen historischen Nachweis der beschriebenen religiösen Ereignisse.