Die St.-Pauls-Stiftskirche im Zentrum von Rabat auf Malta, errichtet über frühchristlichen Katakomben, ein zentrales religiöses und historisches Wahrzeichen der Stadt nahe Mdina.
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Rabat auf Malta: die Stadt neben Mdina

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Rabat liegt in unmittelbarer Nähe von Mdina, und für die meisten Besucher lohnt es sich, beide Städte im Rahmen eines einzigen Ausflugs zu besuchen. Von Valletta aus gelangt man mit direkten Buslinien hierher (meist 51, 52 oder 53), die Fahrt dauert etwa 40 Minuten. In der Regel steigen Sie in der Regel an den Haltestellen beim Eingang nach Mdina oder direkt in Rabat aus. Beide Varianten sind gut machbar.

Bei Anreise mit dem Auto ist das Parken auf dem Parkplatz zwischen Rabat und Mdina möglich, wo sich auch der Busbahnhof befindet. Weitere Optionen sind kleinere Parkplätze am Rand des historischen Zentrums oder Parkmöglichkeiten unterhalb der Stadtmauern von Mdina im Bereich Saqqajja, nahe dem Greeks Gate.

Für einen ersten Besuch empfiehlt es sich, direkt im Zentrum von Rabat zu beginnen, auf dem Platz bei der Stiftskirche St. Paul. Hier konzentrieren sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Cafés und Zugänge zu den unterirdischen Anlagen. Auch bei begrenzter Zeit wird mindestens Folgendes empfohlen:

  • den zentralen Platz mit der St.-Pauls-Kirche zu durchqueren,
  • die Katakomben des heiligen Paulus oder der heiligen Agatha zu besuchen,
  • und einen kurzen Spaziergang durch die umliegenden Straßen zu machen, in denen Rabat am lebendigsten ist.

Ganz Rabat lässt sich in einem halben Tag erkunden. Wenn man jedoch Besichtigungen mit einem ruhigen Mittagessen, Kaffee und einem langsameren Tempo verbinden möchte, kann man hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.

Wenn Sie Rabat und Mdina mit einer Führung erkunden möchten, die historischen Kontext vermittelt und auch die Katakomben einschließt, ist ein geführter Rundgang mit einem lokalen Guide eine praktische Wahl. Diese Touren kombinieren in der Regel Mdina, Rabat und die unterirdischen Anlagen zu einer Route und dauern etwa 2–3 Stunden.

Während Mdina Besucher mit ihrer abgeschlossenen mittelalterlichen Monumentalität anzieht, hat das benachbarte Rabat einen völlig anderen Charakter. Es ist offener, lebendiger und vor allem historisch vielschichtiger. Es handelt sich nicht um eine bloße Vorstadterweiterung von Mdina, sondern um eine eigenständige Stadt mit eigener Identität und tiefen Wurzeln, die weit vor das Mittelalter zurückreichen. Für Besucher, die sich nicht mit einem kurzen Spaziergang und ein paar Fotos zufriedengeben, ist Rabat im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube an Geschichten, Strukturen und unerwarteten historischen Zusammenhängen.

Die Geschichte Rabats: von der römischen Melite bis ins Mittelalter

Der Name Rabat stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Vorstadt“ oder „Hinterland“. Genau diese Rolle spielte die Stadt während der arabischen Herrschaft über Malta (870–1091), als Mdina das befestigte Verwaltungszentrum war und Rabat sich außerhalb seiner Mauern erstreckte. Die historische Bedeutung dieses Gebiets ist jedoch wesentlich älter. Bereits in römischer Zeit war Rabat Teil des größeren urbanen Komplexes Melite, des damaligen Hauptzentrums der Insel.

Diese Kontinuität erklärt, warum hier heute Spuren so vieler Epochen aufeinandertreffen. In Rabat kann man bei einem kurzen Spaziergang von römischer Wohnarchitektur über frühchristliche Begräbnisstätten bis hin zu barocken Klöstern aus der Zeit der Johanniter und institutionellen Spuren der britischen Kolonialzeit gelangen. Die historischen Schichten liegen hier nicht nebeneinander, sondern buchstäblich übereinander – die unterirdischen Katakomben bilden das physische wie symbolische Fundament, auf dem Kirchen, Klöster und Wohnhäuser errichtet wurden.

Katakomben in Rabat: St.-Pauls- und St.-Agatha-Katakomben auf Malta

Die markanteste Spur der frühchristlichen Geschichte Rabats befindet sich unter der Erde. Die Katakomben des heiligen Paulus und der heiligen Agatha bilden den größten Komplex unterirdischer Grabstätten auf Malta und zugleich eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Insel. Sie entstanden vor allem im 3. und 4. Jahrhundert, in einer Zeit, in der das römische Recht Bestattungen innerhalb bewohnter Städte untersagte, und zeugen von der Existenz einer zahlreichen und organisierten christlichen Gemeinschaft im Gebiet von Melite.

Die Katakomben sind keine bloßen Hohlräume im Kalkstein. Ihre Anlage ist durchdacht und stellenweise überraschend komplex. Man findet hier steinerne Bänke, sogenannte Agape-Tische, die vermutlich für Gedächtnismahle im Zusammenhang mit dem Totenkult genutzt wurden, Symbole von Tauben und Fischen, Kindergräber sowie familiäre Grabkammern. Die Unterwelt Rabats wirkt somit nicht nur als Ort des Todes, sondern als wesentlicher Bestandteil des geistlichen und gemeinschaftlichen Lebens der frühen Christen.

Die Symbolik von Taube und Fisch in den Katakomben von Rabat

In den Katakomben von Rabat tauchen wiederholt einfache Symbole auf, vor allem die Taube und der Fisch. Dabei handelt es sich nicht um Dekoration im heutigen Sinne und auch nicht um zufällige Ornamente. Diese Zeichen hatten im frühchristlichen Umfeld eine klare Bedeutung und dienten als stille, aber verständliche Botschaft innerhalb der Gemeinschaft.

Die Taube war ein Symbol für die Seele des Verstorbenen, die Frieden gefunden hatte. Im Begräbniskontext drückte sie die Hoffnung aus, dass der Tod nicht das Ende, sondern ein Übergang ist. Zugleich verwies sie auf den Heiligen Geist sowie auf das biblische Motiv der Taube aus der Geschichte Noahs, die die Nachricht vom Ende der Katastrophe und von einem neuen Anfang bringt. In den Katakomben bedeutete die Taube daher nicht „hier ist ein Grab“, sondern eher: „Hier setzt sich das Leben auf andere Weise fort.“.

Der Fisch gehört zu den ältesten Symbolen des Christentums überhaupt. Er geht auf das griechische Wort ichthys zurück, das als Akronym für das Glaubensbekenntnis an Jesus Christus verwendet wurde. In einer Zeit, in der Christen noch keine offizielle und sichere Gemeinschaft bildeten, fungierte der Fisch als unauffälliges Erkennungszeichen – verständlich für Gläubige, aber nicht provokativ für die Umwelt. Gleichzeitig verwies er auf die Taufe und die Wiedergeburt, da der Fisch im Wasser lebt, sowie auf Christus als Ernährer, bekannt aus biblischen Geschichten über Fisch und Brot.

Bemerkenswert ist, dass diese Symbole in den frühen Katakomben häufiger vorkommen als das Kreuz. Das Kreuz war zu dieser Zeit noch vor allem ein Hinrichtungsinstrument, und seine positive Symbolik setzte sich erst später durch. Das Bild der Taube oder des Fisches hingegen war einfach, universell und auch für Menschen leicht verständlich, die nicht lesen konnten oder eine andere Sprache sprachen.

Die Symbole in den Katakomben von Rabat sind somit keine Dekoration, sondern eine visuelle Sprache. Sie belegen, dass die unterirdischen Räume nicht nur der Bestattung dienten, sondern auch der Bewahrung von Identität, Glauben und Zusammenhalt der frühchristlichen Gemeinschaft in einer Zeit, in der ihre Mitglieder am Rand der offiziellen Gesellschaft lebten.

Was sich über den Katakomben befindet: Kirchen, Klöster und römische Häuser

Direkt über einem der bedeutendsten unterirdischen Komplexe erhebt sich die Stiftskirche St. Paul. Nach frühchristlicher Überlieferung wurde sie über der Grotte errichtet, in der sich der Apostel Paulus nach seinem Schiffbruch auf Malta aufgehalten haben soll. Unabhängig davon, ob man diese Tradition symbolisch oder wörtlich versteht, spielte die Kirche eine zentrale Rolle bei der Prägung der religiösen Identität Rabats.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Franziskanerkloster mit wertvollen Sammlungen sakraler Kunst und einer historischen Bibliothek. Am anderen Ende des Spektrums steht die Domus Romana, eine römische Villa mit erhaltenen Mosaiken und Artefakten des alltäglichen Lebens der antiken Oberschicht. Gerade der Kontrast zwischen der repräsentativen römischen Residenz und den schlichten frühchristlichen Begräbnisstätten unter der Stadt verleiht Rabat seine besondere Tiefe.

Rabat als lebendige Stadt: Alltag abseits der touristischen Routen

Schmale Gasse in Rabat auf Malta mit traditionellen Kalksteinhäusern, Topfpflanzen und ruhiger Wohnatmosphäre abseits der touristischen Routen.

Im Gegensatz zu Mdina ist Rabat eine tatsächlich bewohnte Stadt geblieben. Die schmalen Gassen sind hier keine bloße Kulisse, sondern Teil des alltäglichen Lebens. Einheimische sitzen vor ihren Häusern, Bäckereien verkaufen frische Ftira, in den Cafés werden Qassatat serviert, und der Tagesrhythmus richtet sich eher nach den Bedürfnissen der Bewohner als nach den Zeiten touristischer Gruppen.

Gerade in den Details kommt Rabat besonders zur Geltung. Farbige maltesische Türen, schmiedeeiserne Balkone, Nischen mit Heiligenstatuen und unscheinbare Kirchen wie Santa Marija ta’ Gesù oder San Roque schaffen eine stille, kontemplative Ebene der Stadt, die abseits der Haupttouristenströme liegt.

Rabat ist keine Stadt der Postkartenmotive oder kurzen Stopps, sondern eine Stadt, die sich in mehreren Schichten lesen lässt. Es ist eine Stadt der Tiefe – im wörtlichen wie im symbolischen Sinn. Unter ihren Straßen erstrecken sich jahrhundertealte Grabstätten, darüber stehen Kirchen und Klöster, und dazwischen spielt sich das gewöhnliche Alltagsleben ab. Wer Malta anders kennenlernen möchte als aus dem Busfenster oder von den Aussichtspunkten Mdinas aus, findet in Rabat einen der authentischsten Schlüssel zum Verständnis seiner Geschichte.

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Praktische Fragen zum Besuch von Rabat

Wie viel Zeit sollte man für Rabat einplanen?

Der historische Stadtkern von Rabat ist relativ klein, und ein grundlegender Rundgang lässt sich in etwa einer Stunde bewältigen. Wer jedoch die Katakomben besuchen, einen Kaffee trinken oder die Stadt in ruhigerem Tempo erkunden möchte, sollte mehr Zeit einplanen. Entscheidend ist, ob Rabat als kurzer Zwischenstopp oder als Ort verstanden wird, den man im Zusammenhang erleben möchte.

Lohnt sich ein Besuch von Rabat auch, wenn man Mdina bereits gesehen hat?

Ja. Rabat ist nicht nur eine Ergänzung zu Mdina, sondern eine eigenständige Stadt mit eigener Atmosphäre und historischen Schichten, die man innerhalb der geschlossenen Mauern von Mdina nicht findet. Für geschichts- oder architekturinteressierte Besucher ist auch ein kurzer Spaziergang durch Rabat sinnvoll.

Sind die Katakomben von Rabat auch für normale Besucher geeignet?

Ja, sie sind öffentlich zugänglich und zählen zu den bedeutendsten auf Malta. Es handelt sich jedoch um ruhige, nüchterne Begräbnisstätten mit engen Gängen und minimaler Ausstellung, die vor allem Besucher mit historischem Interesse ansprechen und weniger jene, die eine klassische Touristenattraktion erwarten.