Mutter und Sohn betrachten Blockcerts und digitale Bildungsnachweise auf einem Smartphone.

Blockcerts auf Malta: Digitale Schulzertifikate einfach erklärt

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Das maltesische Bildungssystem durchläuft seit einigen Jahren eine rasche Digitalisierung. Während Schulen früher Zeugnisse, Diplome und Auszeichnungen ausschließlich in Papierform ausstellten, werden heute immer mehr Dokumente als sogenannte Blockcerts ausgegeben – digitale Zertifikate auf Blockchain-Basis, die als überprüfbare Bildungsnachweise dienen.

Dieser Artikel erklärt, warum Blockcerts eingeführt wurden, wie sie funktionieren, wo Schülerinnen und Schüler auf Malta damit in Berührung kommen und weshalb Schulen eine private E-Mail-Adresse verlangen.

Was sind Blockcerts und warum werden sie auf Malta verwendet?

Ein Blockcert ist ein internationaler Standard für digitale Zertifikate, der die Ausstellung von Bildungs- und Berufsabschlüssen in einer sicheren digitalen Form ermöglicht. Das Zertifikat besteht aus zwei Ebenen: einem gewöhnlichen PDF-Dokument, das heruntergeladen werden kann, sowie einer digitalen Datei, die in einer sogenannten Wallet gespeichert wird und deren Echtheit jederzeit über einen Online-Verifizierungsdienst überprüft werden kann.

Malta hat Blockcerts aus mehreren praktischen Gründen eingeführt: Die Dokumente können nicht gefälscht werden, gehen nicht verloren, bleiben auch nach vielen Jahren verfügbar und lassen sich von Institutionen im Ausland unkompliziert auf ihre Echtheit prüfen. Gleichzeitig erleichtern Blockcerts den Aufbau eines Bildungsportfolios, in dem Schülerinnen und Schüler Bildungsabschlüsse, die Teilnahme an künstlerischen Produktionen sowie erworbene Qualifikationen für Bewerbungen an Hochschulen dokumentieren können.

Wichtig ist, dass Blockcerts nichts mit der maltesischen eID oder der Anmeldung bei staatlichen Online-Portalen zu tun haben. Es handelt sich um ein eigenständiges System, das ausschließlich für Bildungs- und Qualifikationsnachweise verwendet wird.

Wo begegnen Schülerinnen und Schüler auf Malta Blockcerts?

School Leaving Certificate und ICT C3

Am Ende der Schulpflicht erhalten maltesische Schülerinnen und Schüler mehrere Dokumente, die ihren Bildungsstand bestätigen. Neben dem School Leaving Certificate gehört dazu häufig auch das ICT-C3-Zertifikat für grundlegende digitale Kompetenzen. Es bestätigt, dass die Schülerin oder der Schüler den Umgang mit Computern, dem Internet und gängigen Office-Anwendungen beherrscht.

Bis 2024 wurden die SEC-Prüfungsergebnisse überwiegend in Papierform ausgestellt. Seit dem Schuljahr 2025/2026 beginnen Schulen jedoch, digitale Zertifikate und begleitende Dokumente bereitzustellen, die einer dauerhaften E-Mail-Adresse der Schülerin oder des Schülers zugeordnet werden. Deshalb verlangen Schulen in den letzten Jahrgängen zunehmend eine private E-Mail-Adresse anstelle eines iLearn-Kontos.

Musik- und Kunstschulen

Seit dem Schuljahr 2025/2026 verwendet das Mikiel Anton Vassalli College ein Qualifikationssystem nach dem MQF-Rahmen. Sämtliche Qualifikationen – von der Teilnahme an künstlerischen Produktionen bis hin zu formalen Bildungsabschlüssen – werden digital als Blockcerts ausgestellt. Da es sich um eine staatliche Bildungseinrichtung handelt, folgt sie der landesweiten Digitalisierungsstrategie und verwendet eine einheitliche elektronische Zertifikatsform.

A-Levels und digitales Matriculation Certificate (MQRIC / MFED)

Am Ende der postsekundären Ausbildung erhalten Studierende das Matriculation Certificate, das elektronisch signiert und international überprüfbar ist.

Digitale Diplome und Zertifikate der University of Malta

Dasselbe System wird auch von der University of Malta verwendet. Die Universität stellt ihre Diplome und Zertifikate in digitaler Form als offiziell versiegelte elektronische Dokumente aus, die sowohl auf Malta als auch international anerkannt werden.

Berufliche Weiterbildung und Erwachsenenbildung

Das Institute for the Public Services sowie weitere Einrichtungen der Erwachsenenbildung verwenden Blockcerts mittlerweile als Standard. Digitale Zertifikate sind damit nicht nur für jüngere Schülerinnen und Schüler relevant, sondern für den gesamten Bildungsbereich.

Warum Schulen eine private E-Mail-Adresse statt iLearn oder gov.mt verlangen

Schulische iLearn-Adressen und gov.mt-Konten sind zeitlich begrenzt und werden in der Regel deaktiviert, sobald eine Schülerin oder ein Schüler die Schule verlässt oder zu einer anderen Bildungseinrichtung wechselt. Da Blockcerts mit der E-Mail-Adresse des Inhabers verknüpft sind, kann der Verlust des Zugangs zur E-Mail-Adresse dazu führen, dass Dokumente nicht mehr einfach verwaltet, heruntergeladen oder überprüft werden können.

Die Zertifikate selbst bleiben zwar bestehen, lassen sich aber nicht ohne Weiteres einer neuen E-Mail-Adresse zuordnen. Genau deshalb verlangen Schulen eine dauerhafte persönliche E-Mail-Adresse – beispielsweise Gmail oder Outlook –, damit die Bildungsnachweise auch zehn oder zwanzig Jahre später noch verfügbar sind.

Wie man Blockcerts herunterlädt und verwendet

Studierende und Schülerinnen bzw. Schüler erhalten in der Regel zwei Versionen ihres Zertifikats: ein klassisches PDF-Dokument sowie eine digitale Version, die in einer Blockcerts Wallet gespeichert werden kann.

Die digitale Version ist nicht verpflichtend. Sie dient als zusätzliche Möglichkeit, Dokumente sicher aufzubewahren und unkompliziert weiterzugeben. Die Echtheit eines Zertifikats kann online überprüft werden, indem ein Verifizierungscode eingegeben oder die Datei in einen Verifizierungsdienst hochgeladen wird. Das ist besonders nützlich bei Bewerbungen an Kunstschulen, für Portfolios oder Lebensläufe.

Europäischer Kontext: Digitale Bildungsnachweise und Anerkennung im Ausland

In ganz Europa schreitet die Digitalisierung von Bildungs- und Qualifikationsnachweisen rasch voran. Die einzelnen Länder nutzen unterschiedliche Technologien, verfolgen jedoch dasselbe Ziel: die Überprüfung von Dokumenten zu vereinfachen, ihre Sicherheit zu erhöhen und Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre Abschlüsse dauerhaft in digitaler Form aufzubewahren.

Die Europäische Union entwickelt mit den EU Digital Credentials for Learning ein eigenes System, das in vielerlei Hinsicht ähnlich funktioniert wie Blockcerts. Die einzelnen Mitgliedstaaten können jedoch selbst entscheiden, welche Technologie sie einsetzen.

Anerkennung innerhalb Europas

Blockcerts können technisch in allen Ländern überprüft werden, die gängige digitale Verifizierungswerkzeuge verwenden. Arbeitgeber oder Bildungseinrichtungen können dadurch schnell feststellen, ob ein Dokument echt ist. Die rechtliche Anerkennung einer Qualifikation bleibt jedoch weiterhin von den Vorschriften des jeweiligen Landes abhängig. Die digitale Form vereinfacht den Prozess, ersetzt aber keine offiziellen Anerkennungs- oder Gleichwertigkeitsverfahren.

Studierende mit Ziel USA oder andere Länder außerhalb Europas

Außerhalb Europas können digitale Zertifikate die erste Prüfung von Bildungsnachweisen erleichtern, da ihre Echtheit sofort überprüft werden kann. In vielen Ländern gelten jedoch weiterhin Anforderungen wie Apostillen oder beglaubigte Kopien. Blockcerts beschleunigen daher den Prozess, ersetzen aber nicht die formalen Verfahren.

Fazit

Blockcerts ermöglichen es Schülerinnen, Schülern und Studierenden, Bildungsnachweise dauerhaft und sicher aufzubewahren, ohne das Risiko eines Verlusts. Für Eltern ergibt sich daraus vor allem eine wichtige Empfehlung: Verwenden Sie eine dauerhafte persönliche E-Mail-Adresse, die dem Kind auch nach einem Schulwechsel oder im Erwachsenenalter erhalten bleibt.