Junge auf Malta denkt über seine Zukunft nach – Wahl zwischen Sport, Musik und weiterführender Schule nach Grade 6

Übergang von der Primary zur Secondary School auf Malta: Welche Schuloptionen es nach Year 6 gibt

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Das Ende der Primary School ist auf Malta der Moment, in dem nicht mehr nur ein Schulwechsel bevorsteht, sondern auch die Weichen für den weiteren Bildungsweg gestellt werden. Die meisten Kinder wechseln zwar nahtlos innerhalb ihres College Networks weiter, doch genau an diesem Punkt öffnen sich auch andere Möglichkeiten – eine Sportschule, eine Kunstschule oder spezialisierte Programme. Und genau hier beginnt eine Entscheidung, die auf den ersten Blick einfacher erscheint, als sie tatsächlich ist.

Das maltesische Bildungssystem bietet mehrere Wege. Auf den ersten Blick wirkt es offen und flexibel, tatsächlich ist es jedoch recht klar strukturiert. Ziel dieses Artikels ist nicht zu sagen, welche Schule die „beste“ ist, sondern zu erklären, wie die einzelnen Bildungswege funktionieren und was Eltern und Kinder realistisch davon erwarten können.

Was passiert nach Grade 6? Der Übergang zur Middle School und Secondary School auf Malta

Nach dem Abschluss der Grade 6 wechseln die Kinder in die Sekundarstufe, die innerhalb des maltesischen Schulsystems auf die Primary School folgt. Sie gliedert sich in die Middle School (Grade 7 und 8) sowie die Secondary School (Grade 9 bis 11). Der Standardweg führt von der Primary School zur Middle School innerhalb desselben College Networks. Häufig bilden Middle School und Secondary School dabei einen gemeinsamen Schulkomplex, der lediglich auf zwei Gebäude verteilt ist. Welchem College Network ein Kind zugeordnet wird, wird bereits bei der Anmeldung an einer staatlichen Schule festgelegt.

Die reguläre Secondary School auf Malta: So funktioniert der Standardweg

Für die meisten Kinder auf Malta ist der Wechsel in die reguläre Middle School und Secondary School der normale Bildungsweg. Er richtet sich vor allem an Kinder, die sich noch nicht eindeutig für einen bestimmten akademischen Bereich interessieren und bei denen es keinen Grund gibt, bereits mit elf Jahren eine endgültige Entscheidung zu treffen. Das System geht davon aus, dass Kinder noch Zeit brauchen, um herauszufinden, was ihnen liegt und womit sie sich später beschäftigen möchten. Die eigentliche Richtungsentscheidung fällt erst in Grade 9.

Der Vorteil dieses Weges besteht darin, dass er alle Optionen offenhält. Das Kind kann sich ohne Druck entwickeln und muss sich nicht frühzeitig spezialisieren. Die Wahl bestimmter Fächer erfolgt erst später auf Grundlage der schulischen Leistungen und persönlichen Interessen.

Der Nachteil liegt darin, dass reguläre Secondary Schools außergewöhnliche Talente nur begrenzt fördern können. Das System ist auf den Durchschnitt ausgerichtet und funktioniert besonders gut für Kinder, die in diesen Rahmen passen. Wer deutlich davon abweicht – positiv oder negativ –, stößt früher oder später an Grenzen. Die eigentliche Spezialisierung erfolgt deshalb erst später, in Grade 9 und anschließend während der weiteren Ausbildung. Den Abschluss der Sekundarstufe bilden schließlich die SEC-Prüfungen am Ende der Schulpflicht. Danach können sich die Jugendlichen über das Junior College, MATSEC und andere Bildungswege weiter spezialisieren.

National Sport School Malta: Voraussetzungen und Aufnahme

Auf Malta gibt es nur eine staatliche Sportschule auf Secondary-School-Niveau – die National Sport School in Pembroke. Aufgenommen werden Kinder, die bereits heute dem Profil zukünftiger Leistungssportler entsprechen und gleichzeitig die Anforderungen des staatlichen Bildungssystems erfüllen. Im Rahmen des Aufnahmeverfahrens benötigen die Bewerber sowohl eine Empfehlung ihres Sportvereins als auch eine Empfehlung des jeweiligen nationalen Sportverbands.

Sportliche Leistungen sind zwar eine formale Voraussetzung, doch auch die schulische Seite spielt eine wichtige Rolle. Das Aufnahmeverfahren berücksichtigt die Ergebnisse der Grade 6 Benchmark Exams. Wer dort nicht ausreichend abschneidet, kann sich nicht allein auf seine sportlichen Erfolge verlassen.

Kinder, die Maltesisch als Fremdsprache (MFL) lernen, absolvieren dieselben Benchmark-Prüfungen wie alle anderen Schülerinnen und Schüler. Die Ergebnisse in Maltesisch können daher auch für Kinder entscheidend sein, die nicht auf Malta geboren wurden oder Maltesisch nicht als Erstsprache sprechen.

Obwohl sportliche Leistungen ein zentraler Bestandteil des Auswahlverfahrens sind, berücksichtigt die Schule ebenso die akademischen Ergebnisse. Die Benchmark-Prüfungen beeinflussen die Chancen auf eine Aufnahme daher fast ebenso stark wie das sportliche Talent selbst.

Sport Career Development Programme (SCDP) auf Malta erklärt

Für Eltern, die einen sportlichen Bildungsweg in Betracht ziehen, gibt es noch eine zweite Möglichkeit: das Sport Career Development Programme (SCDP). Während die Sportschule in Pembroke eine eigenständige Institution mit einem klar sportorientierten Schulalltag ist und gezielt Leistungssportler fördern soll, funktioniert das SCDP anders. Es handelt sich nicht um eine Sportschule, sondern um ein staatliches Programm innerhalb regulärer Secondary Schools.

Das Sport Career Development Programme bietet die Möglichkeit einer systematischen sportlichen Förderung, ohne dass ein Kind eine spezialisierte Sportschule besuchen muss. Die Schülerinnen und Schüler bleiben an ausgewählten Secondary Schools eingeschrieben, während der Sport einen festen Platz im Stundenplan erhält.

Allerdings werden nur bestimmte Sportarten angeboten und nur an ausgewählten staatlichen Schulen innerhalb bestimmter College Networks. Das Programm ist daher weder überall verfügbar noch für jede Sportart zugänglich. Auch hier gibt es ein Auswahlverfahren, und Bewerber benötigen Empfehlungen ihres Vereins sowie ihres Sportverbands. Die Auswahl an Sportarten ist im SCDP zudem kleiner als an der Sportschule in Pembroke.

Der wichtigste Unterschied zur Sportschule besteht darin, dass das Kind Schüler oder Schülerin einer regulären Secondary School bleibt. Ab Grade 9 können dann zusätzliche sportbezogene Fächer gewählt werden, um die persönliche Ausrichtung weiterzuentwickeln.

Sportschule oder SCDP: Wo liegt der Unterschied?

Auf den ersten Blick wirken die Sportschule in Pembroke und das Sport Career Development Programme ähnlich, da Kinder in beiden Fällen auch während des Schultages Sport treiben. Tatsächlich beruhen beide Modelle jedoch auf völlig unterschiedlichen Konzepten.

Der Unterschied liegt nicht darin, ob Sport im Stundenplan vorkommt. Entscheidend ist vielmehr, worauf das gesamte System ausgerichtet ist.

In der National Sport School in Pembroke ist der gesamte Schulalltag auf den Sport ausgerichtet. Das Training findet täglich statt, ist fest in den Stundenplan integriert und die akademische Ausbildung wird an diesen Rhythmus angepasst. Die Schule geht davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler eine leistungsorientierte sportliche Laufbahn anstreben. Entsprechend sind Tagesablauf, Tempo und Anforderungen gestaltet.

Im Sport Career Development Programme (SCDP) ist die Grundstruktur dagegen umgekehrt. Das Kind besucht eine reguläre Secondary School, während der Sport als Ergänzung in den Stundenplan eingebunden wird. Trainingseinheiten können während des Schultages stattfinden, ersetzen aber in der Regel nur einzelne Unterrichtsstunden oder Unterrichtsblöcke und nicht das gesamte System. Die Schule passt sich nicht dem Sport an – vielmehr wird der Sport in den bestehenden Schulalltag integriert.

Das hat direkte Auswirkungen auf den Alltag der Kinder. In der Sportschule ist Sport eine tägliche Verpflichtung, deren Entwicklung langfristig beobachtet wird. Im Sport Career Development Programme bleibt Sport zwar ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags, ist aber deutlich flexibler. Das Kind bleibt im regulären Schulsystem und Sport ist Teil seines Lebens, nicht dessen alleiniger Mittelpunkt. Ändern sich die Prioritäten später, muss weder die Schule gewechselt noch der gesamte Bildungsweg neu ausgerichtet werden.

Malta Visual and Performing Arts School (MVPA): Die staatliche Kunstschule Maltas

Neben der regulären Secondary School und dem sportlichen Bildungsweg gibt es auf Malta noch eine weitere stark spezialisierte Möglichkeit: die Malta Visual and Performing Arts School (MVPA). Dabei handelt es sich um eine eigenständige staatliche Secondary School, in der Kunst nicht nur ein Zusatzfach ist, sondern den Mittelpunkt des gesamten Schulkonzepts bildet. Die Schülerinnen und Schüler spezialisieren sich auf Bereiche wie Musik, Schauspiel, Tanz, Bildende Kunst oder Medien, und der gesamte Schulalltag ist darauf abgestimmt.

Die akademischen Fächer entsprechen denen einer regulären staatlichen Secondary School und die Anforderungen bleiben dieselben. Der Unterschied besteht darin, dass zusätzlich ein umfangreicher künstlerischer Unterricht hinzukommt, der Zeit, Energie und Konzentration erfordert.

Wie bei der Sportschule gibt es auch hier ein Auswahlverfahren. Die Schule sucht Kinder, die langfristig in einem strukturierten institutionellen Umfeld arbeiten können, mit festen Abläufen zurechtkommen und bereit sind, kontinuierlich an ihrer Entwicklung zu arbeiten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass dieser Weg für jedes kreative Kind geeignet ist. Feste Strukturen, Leistungsdruck und die Kombination aus künstlerischen und akademischen Anforderungen können für manche Kinder eher einschränkend als förderlich sein. Die MVPA eignet sich daher vor allem für Kinder, die nicht nur kreativ sind, sondern auch mit Disziplin, Struktur und langfristiger Arbeit innerhalb eines Systems gut zurechtkommen.

POMP Malta: Das Musikprogramm an staatlichen Secondary Schools

Neben der vollständig spezialisierten Kunstschule gibt es auf Malta noch eine weniger bekannte, aber interessante Alternative: das Pre-Option Music Programme (POMP). Dabei handelt es sich nicht um eine eigene Schule, sondern um ein zweijähriges Programm innerhalb regulärer staatlicher Secondary Schools (Grade 7 und Grade 8). Es dient als Vorbereitung auf die spätere Wahl von Musik als Fach in Grade 9.

Das POMP-Programm wird nicht an allen Schulen angeboten, sondern nur innerhalb ausgewählter College Networks. Konkret findet es an Schulen der Gozo College, Maria Regina College, St Clare College, St Gorg Preca College, St Ignatius College, St Theresa College und St Thomas More College statt. Für Eltern bedeutet das, dass die Verfügbarkeit nicht nur von der Aufnahme des Kindes, sondern auch vom zuständigen College Network abhängt.

POMP richtet sich an Kinder mit echtem Interesse an Musik, die jedoch noch nicht in ein vollständig spezialisiertes Umfeld wie die Malta Visual and Performing Arts School wechseln möchten oder können. Das Programm liegt gewissermaßen zwischen der regulären Secondary School und einer spezialisierten Kunstschule.

Der Unterricht umfasst nicht nur Instrumentalspiel, sondern auch Musiktheorie, aktives Zuhören, kreative Projekte sowie grundlegende Kenntnisse der Musikgeschichte. Hauptinstrument ist das Klavier, wobei je nach Kapazitäten der Schule auch andere Instrumente berücksichtigt werden können. Ziel des Programms ist es, die Kinder schrittweise auf ein systematischeres Musikstudium vorzubereiten und ihnen die Wahl von Musik als Hauptfach in Grade 9 zu ermöglichen, das später auch in die SBA-Bewertung einfließen kann.

Im Gegensatz zur regulären Secondary School erfolgt die Aufnahme nicht automatisch. Nach der Bewerbung findet ein Eignungstest statt, bei dem musikalisches Gehör, Rhythmusgefühl, Reaktionsfähigkeit und das allgemeine Interesse an Musik beurteilt werden. Obwohl das Programm offiziell auch für Anfänger offensteht, haben Kinder mit ersten Erfahrungen im musikalischen Bereich oder auf der Bühne häufig Vorteile.

Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Trotzdem lohnt sich eine Bewerbung, da die Durchführung des Programms an einer Schule oft auch von der Anzahl der Bewerbungen abhängt. Der Schwerpunkt liegt auf individueller Förderung, weshalb die Auswahl relativ anspruchsvoll sein kann. Von den aufgenommenen Kindern wird außerdem erwartet, dass sie regelmäßig zu Hause üben und über ein eigenes Instrument verfügen.

POMP richtet sich an Kinder, die eine langfristige Beziehung zur Musik haben und sich intensiver damit beschäftigen möchten, ohne sofort in eine vollständig spezialisierte Ausbildung einzusteigen.

Welche Secondary School passt zu meinem Kind?

Sportschule, Kunstschule oder reguläre Secondary School?

Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg der richtige ist, hilft ein einfacher Vergleich. Es geht nicht darum, die „beste“ oder „schlechteste“ Schule zu finden, sondern darum, herauszufinden, wo sich Ihr Kind ohne unnötigen Druck am besten entwickeln kann.

Reguläre Secondary School
Geeignet für Kinder, die sich noch nicht eindeutig festgelegt haben oder einfach mehr Zeit benötigen. Sie bietet ein stabiles Umfeld ohne den Druck einer frühen Spezialisierung. Besonders profitieren Kinder, die sich schrittweise entwickeln und ihre Interessen noch entdecken.

Sportschule (Pembroke)
Für Kinder, die bereits Leistungen auf einem hohen sportlichen Niveau erbringen und gleichzeitig die schulischen Anforderungen erfüllen. Es reicht nicht aus, ein „talentierter Sportler“ zu sein – die Schülerinnen und Schüler müssen auch die akademischen Voraussetzungen erfüllen und das Auswahlverfahren bestehen.

Sport Career Development Programme (SCDP)
Eine gute Wahl für Kinder, die Sport ernst nehmen, ihn aber nicht zum alleinigen Mittelpunkt ihres Lebens machen möchten. Das Programm verbindet den regulären Schulalltag mit regelmäßigen Trainingseinheiten innerhalb des Stundenplans.

Malta Visual and Performing Arts School (MVPA)
Für Kinder, die Kunst als ihren wichtigsten Schwerpunkt sehen und gleichzeitig mit festen Strukturen sowie höheren Anforderungen gut zurechtkommen.

Pre-Option Music Programme (POMP)
Für Kinder mit einer echten Leidenschaft für Musik, die sich intensiver damit beschäftigen möchten, aber gleichzeitig die breiteren Möglichkeiten einer regulären Secondary School behalten wollen. POMP ersetzt keine Kunstschule, sondern dient als Zwischenschritt, um herauszufinden, ob Musik tatsächlich der Weg ist, den das Kind langfristig einschlagen möchte.

Das größte Problem des maltesischen Schulsystems liegt nicht in der Anzahl der verfügbaren Schulen, sondern darin, dass über ihre tatsächliche Rolle oft nur wenig gesprochen wird. Wenn während des Schuljahres die Bewerbungsphase für die Sportschule, das SCDP oder die Kunstschule beginnt, lohnt es sich deshalb, einen Schritt zurückzutreten und nicht nur dem ersten Eindruck zu folgen.

Entscheidend ist nicht, die „beste“ Schule auszuwählen, sondern gemeinsam mit dem Kind auf seine Stärken und Schwächen zu schauen, herauszufinden, was ihm leichtfällt, wo Herausforderungen liegen und welche Richtung es langfristig einschlagen möchte. Eine hilfreiche Orientierung kann dabei auch das Feedback der Lehrkräfte zu den schulischen Leistungen sein. Die Sportschule ist nicht für jeden Sportler geeignet, die Kunstschule nicht für jedes kreative Kind und die reguläre Secondary School ist keineswegs ein Zeichen von Versagen.

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